Aktuelle Forschungsschwerpunkte am Institut

Todesursache Nummer 1 in Europa sind die Herz-Kreislaufkrankheiten. Körperliche Inaktivität wird von der WHO (WHO, 2009) als ein prominenter Risikofaktor eingestuft. Regelmäßige körperliche Aktivität und das Vorhandensein von körperlicher Leistungsfähigkeit (Fitness) kann die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern bzw. deren Entwicklung aufschieben. Körperliche Aktivität/Leistungsfähigkeit verringern zudem die Gesamtsterblichkeit und sind daher wichtiger Bestandteil der Primärprävention (AHA guidelines, British Heart Foundation; Myers J et al, N Engl J Med. 2002; Schnohr P et al, Eur J Cardiovasc Prev Rehabil. 2007; Hamer and Chida. Br J Sports Med. 2008).

Bei Personen ohne kardiovaskuläre Risikofaktoren wirkt sich bereits eine unregelmäßige Erhöhung der körperlichen Aktivität (1-2 Trainingseinheiten z.B. schnelles Gehen à 45 Minuten) positiv auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit aus. Menschen mit bekannten Risikofaktoren (bereits bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie, Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, usw.) können ihr Sterblichkeitsrisiko vor allem durch regelmäßige körperliche Aktivitäten reduzieren (Lee et al, Am J Epidemiol. 2004). Für körperlich inaktive Personen ergibt sich, unter Berücksichtigung anderer Risikofaktoren, ein fast 2-fach erhöhtes Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu versterben.

Falls eine Person bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hat, kann die Adhärenz für die medikamentöse (Einnahmetreue) und nichtmedikamentöse Therapie durch eine Steigerung der körperlichen Aktivität (Matthes J und Albus C, Dtsch Arztebl Int 2014) erhöht werden. Regelmäßige körperliche Aktivität führt bei Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung (Angina pectoris, Herzinfarkt, usw.) zu einer Verringerung der Krankheits-Symptomatik und zur Steigerung der Lebensqualität. In der Sekundärprävention führt regelmäßige körperliche Aktivität zu einer Prognose-Verbesserung (Taylor RS et al, Am J Med 2004; Hambrecht R et al, Circulation 2004).

Schwerpunkt der aktuellen Forschung am Institut ist daher die Untersuchung biologischer Mechanismen bzw. (genetischer) Faktoren auf den Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit im Hinblick auf die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Rahmen unserer laufenden Studie SPORTIVA rekrutieren wir zu diesem Zweck Probanden.