Körperspendewesen

Der heutige Wissensstand in der Medizin gründet sich in beträchtlichem Umfang auf wis­sen­schaft­li­che Erkenntnisse, die im Laufe der Jahrhunderte im Fachgebiet Anatomie erarbeitet wurden. Deshalb kommt der anatomischen Lehre am menschlichen Körper ent­scheidende Bedeutung für die ärztliche Aus- und Weiterbildung zu. Unabdingbare Vor­aus­set­zung hierfür ist ein modern konzipiertes und ethisch fundiertes Kör­per­spen­de­we­sen, dessen Zielsetzungen und Rah­men­bedingungen auch im Be­wusst­sein der Öffentlichkeit verankert sind.

Rembrandt: Die Anatomie des Dr. Tulp

Die medizinische Fakultät der Universität Münster unterstützt die Pflege und Weiter­ent­wickl­ung des anatomischen Körperspendewesens nachhaltig. Deshalb wurden for­mal und inhaltlich zusammengehörige Aufgaben im Körper­spende­wesen, in der ma­krosko­pi­schen Lehre sowie in der Organisation und Durchführung ärztlicher Fort- und Wei­ter­bil­dun­gen auf die eigenständige Betriebseinheit Prosektur Anatomie übertragen, der auch die Be­treu­ung der Anatomischen Sammlung obliegt.

Sowohl anatomische Körperspenden als auch Organspenden für die Trans­plan­ta­tions­me­di­zin dienen dem Wohl der Pa­ti­en­ten. Allerdings schließen Organspende und ana­to­mi­sche Körperspende einander aus, weil die jeweilige Zweck­bestimmung un­ter­schied­li­che Vorgehensweisen bei der Or­gan­ent­nah­me bzw. bei der Auf­be­rei­tung und Prä­pa­ra­ti­on des Kör­pers ver­langt. Wenn Sie mehr über die ana­to­mi­sche Kör­per­spen­de er­fah­ren möchten, fol­gen Sie bit­te den Hin­wei­sen auf die­ser Web­seite. Weiter­führen­de Infor­ma­tionen zur alternativ mög­­li­chen Organ­spen­de am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Münster fin­den Sie dagegen unter www.klinikum.uni-muenster.de/organspende.

Das Selbstbestimmungsrecht eines Menschen über den eigenen Körper kann auch über seinen Tod hinaus ausgeübt werden. Unter der Voraussetzung, dass nicht die Rech­te anderer verletzt oder gegen die guten Sitten verstoßen wird, kann deshalb aus freiem Willen und verbindlich festgelegt werden, was mit dem Körper nach dem Tode geschehen soll. In allen Kulturstaaten der Welt gibt es Menschen, die letztwillig be­stim­men, dass ihr Körper nach dem Tode einem Anatomischen Institut übergeben wird. Viele Menschen erklären sich zur Spende ihres Körpers in dem Bewusstsein bereit, auch nach ihrem Tode noch einer guten Sache zu dienen. Andere Menschen danken damit dafür, dass ihnen im Leben sachkundige ärztliche und pflegerische Hilfe zuteil geworden ist. Eine zu Lebzeiten formulierte Willensbekundung zur Körperspende im Rah­men einer Vereinbarung mit einem Anatomischen Institut stellt daher die rechtlich eindeutige Erlaubnis zur Nutzung des toten Körpers für die Aus- und Weiterbildung in der Medizin dar. Eine Einwilligung durch Angehörige ist in diesem Fall nicht notwendig. Auf der Grundlage vieler persönlicher Gespräche mit unseren Körperspendern bitten wir jedoch alle die­je­ni­gen, die ihren Körper der Münsteraner Anatomie vermachen wol­len, ihr Vorhaben so­wie die Motive für ihre Entscheidung ausführlich mit ihren An­ge­hö­ri­gen und Freunden zu be­spre­chen (siehe Spiegel Online: Körperspenden in der Medizin).

Anfragen bezüglich detaillierter Informationen und Unterlagen zum Thema Kör­­per­­spen­­de sind immer schriftlich (per Brief, Fax oder E-Mail) an die Pro­sek­tur Anatomie zu richten. Mündlich werden durch uns nur all­ge­mei­ne Aus­­künf­­te er­teilt!

Kontaktadresse:

Prosektur Anatomie
Betriebseinheit der Medizinischen Fakultät
Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Vesaliusweg 2-4
48149 Münster

Telefon: 0251-83-55200 oder -55218
Telefax: 0251-83-52369
E-Mail


Sie erhalten auf Ihre Anfrage unser Informationsblatt sowie alle erforderlichen For­mu­la­re. Vereinbarungen über eine Körperspende können wir nur mit denjenigen Men­schen treffen, die im aktuellen Einzugsgebiet der Münsteraner Anatomie leben. Der­zeit erstreckt sich unser Einzugsgebiet über das Münsterland hi­naus bis ins nörd­li­che Ruhr­gebiet. Sollte Ihr Wohnsitz außerhalb unseres Einzugsgebiets liegen, teilen wir Ihnen ger­­ne mit, welches Anatomische Institut Ihrem Wohnort am nächsten liegt.