Neurone

Die Neuropathologie ist einerseits die Pathologie des Nervensystems, erbringt also diagnostische Leistungen insbesondere für die Neurochirurgie und die Neurologie, andererseits bringt sie als medizinisches Grundlagenfach aktuelle experimentelle neurowissenschaftliche Daten in einen klinischen Kontext.
Die Neuropathologie steht somit inhaltlich und methodisch zwischen Pathologie, den klinischen Neurofächern und den Neurowissenschaften und muss Schritt halten mit den rasanten Entwicklungen in diesen Gebieten.
Wegen dieser spezifischen Anforderungen ist die Neuropathologie ein eigenständiges Gebiet in der Weiterbildungsordnung. Als Facharzt für Neuropathologie muss man 6 Jahre Weiterbildung in der Neuropathologie (3 bis 6 Jahre), der Pathologie (0 bis 2 Jahre) und einem klinischen Fach (0 bis 1 Jahr) absolviert haben.

Das Institut

Das Institutsgebäude

An der Universität Münster gibt es seit 1983 einen Lehrstuhl für Neuropathologie, den Professor Filippo Gullotta bis zu seiner Emeritierung im März 1998 inne hatte. Seit April 1998 ist Professor Werner Paulus Direktor des Instituts.

Im Januar 2013 konnte die Neuropathologie ihre Räume im Neubau des PAN-Zentrums beziehen, in dem zukünftig die Institute für Pathologie, Anatomie und Neuropathologie in direkter Nachbarschaft beheimatet sind.
Das Institut für Neuropathologie befindet sich im 1.OG des PAN-Zentrums (Eingang Pottkamp 2). Nach vielen Jahren, in denen die einzelnen Labore des Instituts unter Platzmangel litten und auf diverse Gebäude des UKM verteilt waren, ermöglichte der Neubau nun alle Aktivitäten der Neuropathologie zu konzentrieren und mit modernsten Geräten auszustatten. Auf über 1.300 m2 steht ausreichend Platz für die aktuellen Anforderungen an eine Neuropathologie zur Verfügung, sowohl hinsichtlich der Belange der Krankenversorgung, als auch in Forschung und Lehre.

Die Labore der Krankenversorgung wurden so konzipiert, dass sie im Sinne des Patienten einen schnellen und effizienten Probendurchlauf vom Schnellschnitt über histologische Färbungen bis hin zu immunhistologischen und elektronenmikroskopischen Untersuchungen ermöglichen. Für die Bearbeitung des Gewebes stehen Färbeautomaten zur Verfügung. Weiterhin wurden Labors zur Durchführung molekulardiagnostischer Untersuchungen ausgestattet.

Vom Einzug ins PAN-Zentrum profitiert auch der zweite Tätigkeitsbereich des Instituts, die experimentelle neurowissenschaftliche Forschung. Den Arbeitsgruppen, die sich mit Tumorforschung, Multipler Sklerose, Lifestyle Neuropathology und Stammzellforschung befassen, steht für ihre Arbeit eine neue Einrichtung zur Verfügung. So wurde ein "Fliegen-Labor" eingerichtet, in dem mit Drosophila melanogaster als Modellsystem gearbeitet wird. In zwei Zellkulturen, einem E.coli-Labor und einem großen molekularbiologischen Bereich können Experimente der Zell- und Molekularbiologie durchgeführt werden. Alle dazu benötigten Geräte einschließlich Laser-Scanning-Mikroskop und Morphometrie-Arbeitsplätze sind in den Labors vorhanden.

Mit neuer Kommunikations- und Präsentationstechnik eingerichtete Konferenzräume und helle, freundliche Büros komplettieren das neue Institut.