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Forschung zu „natürlichen Killerzellen“ bei Multipler Sklerose: Dr. Andreas Schulte-Mecklenbeck mit ZNS-Promotionspreis ausgezeichnet

Dr. Andreas Schulte-Mecklenbeck erhält für seine Promotion 1.500 Euro Preisgeld und eine Urkunde von Pro-ZNS-Gründer Dr. Joachim Elbrächter (2. v.r.). Bei seiner wissenschaftlichen Arbeit wurde der Preisträger von Prof. Heinz Wiendl (l.) und Dr. Catharina Groß betreut (Foto: FZ/Marschalkowski)

Münster (mfm/sk) - „Natürliche Killerzellen“ klingt nicht gerade vertrauenserweckend. Doch im Falle der Multiplen Sklerose (MS) bezeichnet der Begriff Kämpfer für das Gute – nämlich unser Immunsystem. Für seine Forschung zu diesen Helfern des menschlichen Organismus und damit zusammenhängend zur Wirkungsweise des MS-Medikaments Daclizumab erhielt Dr. Andreas Schulte-Mecklenbeck nun den Promotionspreis der Stiftung Pro ZNS. Die Entdeckungen des Neuroimmunologen der Universität Münster wurden in der renommierten Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht.

Innerhalb eines hochspezialisierten Mechanismus sorgen natürliche Killerzellen (NK-Zellen) bei gesunden Menschen dafür, dass schädliche, gegen den eigenen Organismus gerichtete – sogenannte autoreaktive – T-Zellen das Immunsystem nicht angreifen können. Bei MS-Patienten ist dieser Mechanismus jedoch gestört: Die NK-Zellen erfüllen die Schutzfunktion nicht mehr, weil ihnen die dazu notwendigen Moleküle in ausreichender Menge fehlen. Da das schützende Radar des Immunsystems nicht mehr voll funktioniert, gelingt es den T-Zellen, sich zu tarnen, so der Immunregulation auszuweichen und Schaden im menschlichen Nervensystem anzurichten. Dies sind erste wichtige Ergebnisse der Forschung, die Schulte-Mecklenbeck nun als Wissenschaftler in einem Teilprojekt des Sonderforschungsbereiches SFB-TRR 128 näher untersucht.

In seiner Doktorarbeit zeigte der Mitarbeiter der münsterschen Uniklinik für Allgemeine Neurologie zudem: Der Wirkstoff Daclizumab, der seit 2016 zur Behandlung der schubförmigen MS zugelassen ist, greift in den Vorgang der Immunregulation ein. Zum einen macht er NK-Zellen wieder sensibler für autoreaktive T-Zellen. Zum anderen verhindert er, dass sich die T-Zellen tarnen. Damit entdeckten die Neuroimmunologen um Schulte-Mecklenbeck einen vollkommen neuen Wirkmechanismus zur Behandlung der MS.

Für seine außergewöhnliche Leistung erhielt der Nachwuchswissenschaftler den Promotionspreis der Stiftung Pro ZNS, der mit 1.500 Euro dotiert ist. Die Stiftung um Gründer Dr. Joachim Elbrächter prämiert jährlich vielversprechende Forschungsergebnisse rund um das Zentrale Nervensystem.

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