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Auch Tanzen kann der Forschung dienen: Indisch-Deutsches Symposium des CeRA behandelte Fragen der Reproduktionsmedizin

Indische Teilnehmerinnen des Symposiums zeigten Tänze ihres Heimatlandes (Foto: privat)

Münster (mfm/sm) - Wissenschaft bedeutet oft Austausch zwischen Fachexperten über den gesamten Globus hinweg. Ganz in diesem Sinne empfingen die Forscher des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA) um Direktor Prof. Stefan Schlatt nun Kollegen aus Indien zu einem Indisch-Deutschen Symposium. Inhalte waren die assistierte Reproduktion - bekannter als „künstliche Befruchtung“ - und die Erhaltung der Fertilität (Fortpflanzungsfähigkeit) beim Mann. Die Veranstaltung war Teil einer durch die Humboldt-Stiftung geförderten Kooperation zwischen der Medizinischen Fakultät der Universität Münster und der Manipal University in Indien.

Vierzig Wissenschaftler, darunter elf indische Landsleute, waren dem Ruf nach Münster gefolgt und nahmen an dem zweitägigen Symposium teil. Referenten aus Indien, den USA und Deutschland gaben den Teilnehmern einen Überblick über ihre bisherigen Forschungsergebnisse und reichlich neue Impulse mit auf den Weg. Prof. Satish Kumar Adiga, der Initiator der Zusammenarbeit auf indischer Seite, sprach beispielsweise über die bisherigen Möglichkeiten der nicht-invasiven Embryoselektion bei der assistierten Reproduktion. Hiermit könnte in Zukunft der fitteste Embryo anhand nicht-invasiver Parameter für das Einsetzen in den Uterus ausgewählt und so die Schwangerschaftsrate deutlich verbessert werden.

„Es ist immer toll, wenn wir solch eine Veranstaltung realisieren können“, freut sich der münstersche Schirmherr Schlatt: „Vor gut einem Jahr waren wir schon in Manipal. Dieses Symposium in Münster ist sozusagen die „Gegeneinladung“ unsererseits an die indischen Kollegen. Und wie auch schon vor einem Jahr ist es wieder eine fachlich hoch interessante Zusammenkunft“. Neben den Fachvorträgen kam auch der Austausch in lockerer Runde nicht zu kurz: Einige der indischen Gäste präsentierten am Abend jenseits des offiziellen Programms traditionelle Tänze ihrer Heimat.

Die Kooperation zwischen der Manipal University und den Universitätsmedizinern der westfälischen Domstadt war vor vielen Jahren durch die Zusammenarbeit zur Erforschung der Keimzellentwicklung und über Trainingsmaßnahmen im münsterschen Labor für In-vitro-Fertilisation zustande gekommen. Es folgten wechselseitige Forschungsaufenthalte verschiedener Forscher aus Münster in Indien und von Prof. Adiga in Deutschland, aus denen auch gemeinsame Publikationen entstanden. Durch die Förderung der Alexander-von-Humboldt-Stiftung konnten die Wissenschaftler die interkontinentale Kooperation noch ausbauen, weitere Forschungsprojekte und die Symposien realisieren.

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