Im Namen der Lorbeerrose: Dr. Karl-Heinz Hübbers gehört zu den weltweit führenden Kalmien-Experten

Dr. Karl-Heinz Hübbers inmitten seines blühenden Kalmien-Gartens (Foto: privat)

Münster (mfm/jr) – Der Frühling verwöhnt uns dieser Tage mit hochsommerlichen Temperaturen. Einer, den die intensiven Sonnenstrahlen besonders freuen dürften, ist Dr. Karl-Heinz Hübbers: Der Mediziner, dessen Berufsweg einst an der Uni Münster begann, ist Besitzer eines Gartens, der mit 6.000 Quadratmeter nicht nur ungewöhnlich groß, sondern mit seiner Pflanzenwelt europaweit einmalig ist. Im niederrheinischen Kranenburg züchtet Hübbers seit 30 Jahren Kalmien, eine farbenprächtige, hierzulande noch weithin unbekannte Strauchart.

Der Leidenschaft für die Medizin folgte Anfang der 1980er Jahre die Liebe zu den Pflanzen. Damals beginnt der Facharzt seinen Garten an der Klever Straße 49 in einen großflächigen Park mit botanischen Raritäten umzugestalten. Der Kauf zweier unterschiedlicher Kalmien in England und den Niederlanden ist schließlich 1987 der Beginn einer ganz besonderen Beziehung. Seitdem tauscht der Internist und Radiologe regelmäßig Stethoskop gegen Spaten und Gießkanne ein. „Die Liebe zum Grün habe ich von meinen Eltern geerbt“, erklärt der heute 75-Jährige, der 1970 an der Medizinischen Fakultät der Uni Münster promovierte.

Mittlerweile ist der 6.000 Quadratmeter große Garten am unteren Niederrhein einzigartig in Europa – und Hübbers gilt mittlerweile als der weltweit führende Züchter sowie Förderer der in Deutschland noch wenig verbreiteten Pflanze. „Wenn man diese als kleinen Setzling erwirbt, bedarf es einiger Geduld, weil Kalmien nur langsam wachsen“, erklärt Hübbers und Begeisterung klingt aus seinen Worten. Seit dem Ende seiner medizinischen Laufbahn widmet er sich im Ruhestand noch intensiver dem Siegeszug der farbenfrohen Pflanze in europäischen Gärten – mit zahlreichen Kreuzungen als Ergebnis seiner jahrelangen Arbeit als Züchter. „Inzwischen können fast alle neuen Kalmiensorten an ausgewählte Baumschulen ausgeliefert werden“, freuen sich Hübbers und seine Frau inmitten einer traumhaften Farbpalette verschiedenster Pflanzen.

Der Bogen zur Medizin schließt sich im Labor: Hier erfolgt die Vermehrung der empfindlichen Blüten anhand von Zellkulturen. Das Ergebnis: Sorten mit bislang völlig unbekannter Farbpalette wie die „Mitternacht“, mit besonders großen Blüten wie bei der „Ginkona“ oder mit einem ganz neuen Farbton der Knospen wie bei der - nach Hübbers Frau benannten - „Latchmin“. In voller Blütenpracht lassen sich der Charme und die Schönheit des großen Gartens jährlich beim „Tag der offenen Gartenpforte“ besichtigen. Dieser läuft immer Anfang Juni. „Früher kamen Patienten zur Behandlung, heute Pflanzenliebhaber zur Besichtigung“, resümiert der 75-Jährige über sein Leben zwischen Arztpraxis und Garten.

(Mit diesem Beitrag setzt der Alumni-Verein „medAlum“ der Medizinischen Fakultät Münster seine Porträt-Reihe "Köpfe der Fakultät" fort. Mehr zu dem Verein erfahren Sie hier.)

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