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Auszeichnung für Endometrioseforscher: „Robert G. Edwards Prize Paper Award“ geht an interdisziplinäres Team der Universität Münster

Prof. Ludwig Kiesel (Frauenklinik), Prof. Martin Götte (Frauenklinik), Prof. Burkhard Greve (Strahlentherapie/Radioonkologie) und PD Dr. Andreas Schüring (Kinderwunschzentrum) freuen sich über ihre jüngste Auszeichnung. Nicht auf dem Bild sind die Teamkollen Dr. Björn Kemper, Dr. Sebastian D. Schäfer und Dr. Julia Eggers (Foto: FZ/Marschalkowski)

Münster (mfm/sm) - Durchgesetzt gegen internationale Konkurrenz: Der diesjährige „Robert G. Edwards Prize Paper Award“ für die beste Publikation des Jahres 2016 auf dem Fachgebiet der Reproduktionsmedizin geht an ein interdisziplinäres Forscherteam aus Münster. Die Wissenschaftler um Prof. Martin Götte, Leiter des Forschungslabors der Unifrauenklinik, erhielten die Ehrung für ihre Arbeit zu einem möglichen neuen Therapieansatz bei der bisher wenig erforschten Gebärmuttererkrankung Endometriose. Eine Jury des medizinischen Fachverlages Elsevier, dem Initiator des Preises, wählte die Publikation aus zahlreichen Einsendungen aus.

Bei Frauen, die unter Endometriose leiden, wachsen Zellen der Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutterhöhle und verursachen so meist während der Periode krampfartige Schmerzen. Häufig führt die Erkrankung auch zu chronischen Unterleibsschmerzen oder Unfruchtbarkeit. Die Ursache für die krankhaften Herde ist bis heute nicht geklärt und auch Therapiemöglichkeiten gibt es so gut wie keine.

Hier könnte der prämierte Ansatz aus Münster entscheidend weiterhelfen: Die Forscher aus der Frauenklinik, dem Kinderwunschzentrum, der Klinik für Strahlentherapie/Radioonkologie und dem Biomedizinischen Technologiezentrum fanden in ihren gemeinsamen Experimenten heraus, dass die sogenannte microRNA miR-200b die Produktion bestimmter Eiweiße in den Endometriosezellen reguliert. „Diese Eiweiße sind verantwortlich für die Umwandlung von Gebärmutterschleimhautzellen in einen anderen Zelltyp, der sich wiederum sehr gut im menschlichen Körper bewegen kann. Somit bestimmt miR-200b, wie gut Zellen der Gebärmutterschleimhaut beispielweise in die Bauchhöhle oder den Darm gelangen, und fördert so deren krankhafte Verbreitung – also die Endometriose“, erklärt Götte.

In ihren Laborversuchen konnten die Forscher zeigen, dass eine erhöhte Menge an miR-200b die negativen Eigenschaften der Endometriosezellen abschwächen und so womöglich in einer künftigen Therapie zu einem milderen Krankheitsverlauf beitragen könnte. „Bis wir unseren Patienten auf Basis dieses Ergebnisses eine Therapie anbieten können, braucht es noch Zeit. Aber wir haben den Weg für spannende und vor allem vielsprechende weitere Forschung geebnet“, freut sich Götte. Seit 2010 verleiht der traditionsreiche Verlag Elsevier den Robert G. Edwards Paper Prize Award an Forschergruppen, die exzellente Arbeiten auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin veröffentlicht haben. Er ist nach dem Nobelpreisträger und „Vater der künstlichen Befruchtung“ Robert Edwards benannt und mit 1.000 Euro dotiert.

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