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Aus eins mach zwei: Dr. Julie Steinestel erneut für Prostatakrebsforschung ausgezeichnet

Dr. Julie Steinestel mit der Preisurkunde (Foto: privat)

Münster (mfm/sm) - Auszeichnungen im Doppelpack: Dr. Julie Steinestel kann sich über einen weiteren Preis für ihre Forschung zur Wirksamkeit zweier neuer Prostatakrebs-Medikamente freuen. Die Fachärztin an der Uniklinik für Urologie und Kinderurologie in Münster erhielt nun den „Prize for the Best Paper on Clinical Research“ (Preis für die beste Veröffentlichung aus der Klinischen Forschung) der European Association of Urology (EAU). Mitte des vergangenen Jahres war sie für die Präsentation ihrer Ergebnisse, die im Fachmagazin „European Eurology“ erschienen sind, bereits von der NRW-Gesellschaft für Urologie ausgezeichnet worden.

Die Forschung der jungen Urologin kommt Patienten mit sogenanntem kastrationsresistentem Prostatakarzinom zu Gute. Bei Betroffenen ist das Krebsleiden so weit fortgeschritten, dass die übliche hormonelle Therapie, die das Tumorwachstum in der Prostata einige Zeit aufhalten kann, nicht mehr wirkt. Speziell für dieses Stadium der häufigsten Krebserkrankung bei Männern in Deutschland wurden jüngst die Medikamente Abiraterone und Enzalutamid auf den Markt gebracht. Jedoch helfen die Arzneien nicht bei Patienten, die eine bestimmte Androgenrezeptorveränderung haben – zumindest dachten die Forscher das bisher. Steinestel konnte nämlich nachweisen, dass Patienten mit der AR-V7 Splicevariante, wie die Rezeptorveränderung in Fachkreisen heißt, sehr wohl von Abiranterone und Enzulutamid profitieren können und ihnen deshalb eine Therapie nicht verwehrt bleiben sollte.

Die Auszeichnung der EAU ist in Fachkreisen sehr hoch angesehen und deshalb von besonderer Bedeutung – gerade für die junge Nachwuchswissenschaftlerin. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

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