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Ärztliche Fort- und Weiterbildung: Unimedizinerin Prof. Eva Wardelmann zur Präsidentin der Internationalen Akademie für Pathologie in Deutschland ernannt

Prof. Eva Wardelmann (Foto: FZ)

Münster (mfm/sm) - Ein weiteres ehrenvolles Amt geht nach Münster: Auf dem diesjährigen Symposion der Deutschen Division der Internationalen Akademie für Pathologie (IAP) in Bonn wurde Prof. Eva Wardelmann zur Präsidentin ernannt. In der über 50-jährigen Geschichte der Deutschen Abteilung der IAP ist die Medizinprofessorin der Universität Münster erst die zweite Frau, die dieses Amt bekleidet. Die Gesellschaft ist vor allem für die Fort- und Weiterbildung ihres Berufsstandes zuständig.

Pathologen spielen eine zentrale Rolle in der Patientenversorgung, indem sie sowohl mit dem bloßen Auge als auch mikroskopisch Gewebeproben untersuchen, die zum Beispiel bei operativen Eingriffen gewonnen werden. Sie bestimmen die Art der Erkrankung und den vorliegenden Schweregrad bzw. das Erkrankungsstadium und beraten mit den behandelnden Ärzten über die weitere Therapie.

In Deutschland sind Pathologen in drei Vereinen organisiert: der Deutschen Gesellschaft für Pathologie, dem Bundesverband deutscher Pathologen und der Internationalen Akademie für Pathologie. Die mitgliederstärkste dieser Gesellschaften stellt die Deutsche Abteilung der IAP dar. Ihre Hauptaufgabe besteht in der praxisorientierten und wissenschaftlich fundierten Fort- und Weiterbildung ihrer Mitglieder. Dazu bietet die IAP jedes Jahr neben dem mehrtägigen Hauptsymposion zahlreiche Tutorials an: Tutoren, also Fachexperten, stellen dort die Besonderheiten von Gewebeproben zu einem bestimmten pathologischen Gebiet vor und diskutieren die Befunde mit ihren Kollegen. Außerdem haben Mitglieder die Möglichkeit, sich innerhalb eines Selbsttrainingsprogramms Lehrserien mit Präparaten und Begleittexten auszuleihen und in ihrem jeweiligen eigenen Krankenhauslabor zu Übungszwecken zu beurteilen. Dies kommt vor allem jungen Pathologen zu Gute, die so praktische Erfahrungen sammeln und zudem auch seltener vorkommende Krankheitsbilder mikroskopisch untersuchen und sich einprägen können.

Genau diese Generation ist der neuen Präsidentin auch besonders wichtig: „Die nachhaltige Stärkung des fachlichen Nachwuchses ist mein erklärtes Ziel für die nächsten Jahre. Ich bin mir sicher, dass die IAP hier eine Schlüsselrolle spielt, auch durch den wachsenden Einsatz moderner Medien“, so Wardelmann, die seit 2013 ebenfalls das Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie am Universitätsklinikum Münster leitet. Nach ihrer Einschätzung wird die Digitalisierung des Faches – ihr zweiter Schwerpunkt – ein wichtiger Baustein sein, um vor allem jüngere Mediziner zu begeistern.

Gegründet wurde die Internationale Akademie für Pathologie bereits 1906 von amerikanischen und kanadischen Pathologen. Die Deutsche Abteilung entstand 1964 auf Initiative des damaligen Bonner Professors für Pathologie und dortigen Lehrstuhlinhabers, Herwig Hamperl, und 19 weiteren Kollegen. Inzwischen stellt die Deutsche Abteilung mit über 2.300 Mitgliedern nach der amerikanisch-kanadischen die zweitgrößte Division weltweit dar.

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