Weiter auf Erfolgskurs: Mitarbeiter des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie mehrfach ausgezeichnet

Dr. Jann Cremers (M.) ist einer von drei buchstäblich ausgezeichneten Forschern aus dem CeRA (Foto: privat)

Münster (mfm/sm) - Die Wissenschaftler des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA) der Universität Münster forschen weiter auf Erfolgskurs: Mit insgesamt vier Auszeichnungen wurden drei Mitarbeiter jetzt prämiiert. Dass das Zentrum selbst erst kürzlich als eine der erfolgreichsten und meistzitierten Einrichtungen in ihrem Fachgebiet ausgezeichnet worden ist, unterstreicht den Erfolg des CeRA und seines Teams.

Sogar auf internationaler Ebene gewürdigt wurden bei dem diesjährigen Europäischen Andrologenkongress (EAC) Dr. Julia Rohayem und Prof. Dr. Sabine Kliesch. Sie nahmen für ihre Arbeit zum Klinefelter-Syndrom den Preis der European Academy of Andrology entgegen. Die Andrologie beschäftigt sich mit den Fortpflanzungsfunktionen des Mannes. So verfügen Betroffene mit Klinefelter-Syndrom über ein zusätzliches X-Chromosom in ihren Erbinformationen, aufgrund dessen sie auf natürlichem Wege und selbst mit moderner Reproduktionsmedizin keine Kinder zeugen können. Die beiden Medizinerinnen erforschten Möglichkeiten, wie den Patienten der Wunsch nach leiblichen Kindern trotz Erkrankung erfüllt werden kann.
Zudem erhielt Kliesch als Vorsitzende der „PatientenAkademie“ den Alexander-von-Lichtenberg-Preis als Sonderpreis, eine Auszeichnung, die herausragende Arbeit in der ambulanten Urologie würdigt. Das gemeinsame Projekt der Deutschen Gesellschaft für Urologie und des Berufsverbands Deutscher Urologen stellt Patienten mit nicht-metastasiertem Prostatakrebs die Informations-Plattform „Entscheidungshilfe Prostatakrebs“ zur Verfügung. Mit deren Hilfe können sich Betroffene über die Behandlungsmöglichkeiten informieren und so gemeinsam mit ihrem Urologen fundierte Therapieentscheidungen treffen.
Mit dem Dietrich-Knorr-Preis der Deutschen Gesellschaft für Kinderendokrinologie und -diabetologie (DGKED) kann sich auch Rohayem über eine weitere Ehrung freuen. Die Auszeichnung gilt als bedeutend unter Fachkollegen und wird für hervorstechende Forschungsvorhaben verliehen, die neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Nebennieren oder den Gonaden – Keimzellen produzierende Drüsen – bringen. Rohayem hatte ihre Arbeit zu Hypogonadotropem Hypogonadismus, einer Hormonunterfunktion ebendieser Keimdrüsen, eingereicht.
Und auch Dr. Jann Frederik Cremers war erfolgreich: Er erhielt wiederum ein Forschungsstipendium der Deutschen Gesellschaft für Andrologie (DGA). Damit unterstützt die DGA Cremers Arbeitsgruppe „Fertilität des alternden Mannes“ (FAME), die in ihrer derzeitigen Studie Risiken für die Fruchtbarkeit alternder Männer untersucht. Auf dem Gebiet der Gynäkologie, als Pendant zur Andrologie, ist hier schon vieles bekannt. Nun rückt der Mann in den wissenschaftlichen Fokus.