Das CeRA

Das CeRA ging aus der 1976 eingerichteten Abteilung für experimentelle Endokrinologie der Universitätsfrauenklinik und der von 1980-1989 bestehenden klinischen Forschungsgruppe für Reproduktionsmedizin der Max-Planck-Gesellschaft hervor.
Das CeRA hat seit 1987 den Status eines WHO-Kollaborationszentrum zur Erforschung der männlichen Fertilität.
1994 wurde das CeRA zum Ausbildungszentrum für Klinische Andrologen der Europäischen Akademie für Andrologie (EAA) ernannt. Das CeRA ist seit 1999 nach DIN EN ISO 9001:2008 für den Geltungsbereich „Patientenversorgung und klinische Forschung in der Reproduktionsmedizin, Andrologie, Endokrinologie und Urologie“ zertifiziert.
Das CeRA ist Heimat für die QuaDeGA (Qualitätskontrolle der Deutschen Gesellschaft für Andrologie) und bietet MTA-Kurse für die Ejakulatzdiagnostik an.
In einem vom CeRA initiierten europaweiten Qualitäts- sicherungsprogrammes zum Nachweisstandard der Mikrodeletionen auf dem Y-Chromosom werden in regelmäßigen Abständen Ringversuche durchgeführt.

Abteilungen

Institut für Reproduktions- und Regenerationsbiologie

In fachübergreifenden Teams aus Biologen, Chemikern und Physikern betreiben wir Grundlagenforschung mit dem Ziel, die Physiologie der Befruchtung und die Regeneration von Geweben und Zellen zu entschlüsseln. Wir untersuchen die Funktion von testikulären Stamm- und Keimzellen, die Regulation der Spermatogenese, die Spermienphysiologie sowie die Embryonalentwicklung. In enger Zusammenarbeit mit Ärzten forschen wir in translationalen und klinischen Projekten im Bereich der Reproduktionsendokrinologie, männlichen Fruchtbarkeitsstörungen und Andrologie. Das Ziel dieser klinischen Projekte ist, die Diagnose und Behandlung männlicher Unfruchtbarkeit zu verbessern, die reproduktive Funktion zu erhalten und zu optimieren, sowie Keimzellen zu therapeutischen Zwecken zu generieren.

Abteilung für Klinische und Operative Andrologie

Die andrologische Forschung beinhaltet viele Aspekte, die in erster Linie bisher unbekannte Ursachen der Zeugungsfähigkeit und der gestörten Hormonproduktion des Mannes betreffen. Schwerpunkte unserer Arbeiten sind die zellulären und molekularen Veränderungen bei infertilen Männern, die verzögerte Pubertätsentwicklung und andere hypothalamisch induzierte Erkrankungen, der alternde Mann, die Produktion und Wirkung des Testosterons, die erektile Dysfunktion und die männliche Kontrazeption. Dabei stehen neben translationalen Forschungsprojekten, die in Kooperation mit den Naturwissenschaftlern des CeRA durchgeführt werden, vor allem klinische Studien im Fokus. Eine optimierte Behandlung der Paare durch Verbesserung der assistierten Reproduktionsverfahren sowohl im operativen Bereich wie auch im Bereich der Spermienaufbereitung sind Ziele dieser Studien. Die Erforschung zu Ursachen von Spermatogenesestörungen aber auch zur Enstehung von Hodentumoren kann durch die Erfassung und Auswertung zahlreicher Parameter in der umfangreichen Daten und Bioprobenbank des CeRA erreicht werden. Neue Verfahren zur Optimierung einer Kryokonservierung von Spermien und zur Langzeitlagerung von Stammzellen aus Hodengewebe als Fertilitätsreserve werden entwickelt, gleichzeitig aber auch bereits als klinische Routine (Spermien) oder im experimentellen Ansatz (Keimbahnstammzellen) angeboten. Ein weiterer sehr wesentlicher Aspekt ist die Optimierung der assistierten Reproduktionsverfahren für menschliche Gamteten, da sowohl Ei- als auch Samenzellen auf ihre Qualitätsmerkmale untersucht werden können. Dazu notwendige Verfahren und Kriterien werden weiternetwickelt.