Testikuläre Stammzellen und ihre Nischen

Die Fertilität männlicher Säugetiere ist abhängig von der fortwährenden, täglichen Produktion von Millionen von Spermien. Dieser äußerst komplexe Prozess der Spermatogenese dauert insgesamt 6 bis 9 Wochen und wird gesteuert durch ein außergewöhnliches Zusammenspiel von autokrinen, parakrinen und endokrinen Faktoren. Die AG Schlatt erforscht die vielfältigen Entwicklungsaspekte und physiologischen Aspekte, welche die Produktion der Keimzellen und Androgene in den Hoden steuern. In den letzten Jahren hat die Gruppe ihren Fokus auf die Rolle der Testikulären Stammzellen für die Erhaltung der Spermienproduktion gerichtet. Dabei reicht das Spektrum dieser translationalen Forschung von möglichen Behandlungsoptionen für infertile Patienten bis hin zur Entwicklung von Strategien zur hormonellen männlichen Verhütung. Das Team um Prof. Schlatt bildet das Kernstück des Instituts für Reproduktions- und Regenerationsbiologie und verfügt über zahlreiche Tiermodelle zur Evaluation der Hodenfunktionen. Aktuell verfügt das Team über Kolonien von Axolotln (Ambystoma mexicanum), mehrere Mauslinien sowie 2 Spezies nicht-humaner Primaten (Cynomolgus Affe, Macaca fascicularis, Marmoset, Callithrix jaccus) zur Erforschung eines breiten Spektrums von Entwicklungsaspekten sowie physiologischen Aspekten von der Grundlagenforschung bis hin zu präklinischen Anwendungen. Darüber hinaus ermöglicht der Einsatz von menschlichem Gewebe und Zellen vielfältige, klinisch relevante Experimente in in vitro Studien.